
Ägyptologie NewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
Mein Dank gilt den EEFNEWS und deren zahlreichen Informanten sowie dem Moderator des EEF.Ohne diese schier unerschöpfliche Quelle für hochklassige Artikel aus der Ägyptologie wäre so manche Nachricht an mir vorbeigegangen.
| Montag, 30. April 2012 | ||
| Kannten die Ägypter den Doppelstern Algol? Die Ägypter betrieben die sogenannte Tagewählerei, d.h. sie bestimmten "gute" und "schlechte" Tage, die zusätzlich gedrittelt wurden in morgens, mittags, abends. Manche Tage waren "gut, gut, gut", manchen "gut, schlecht, gut" usw. Im Kairener Papyrus 86637 aus dem 9. Regierungsjahr Ramses' II. sind Gefahren und Verhaltensregeln aufgezeigt. So heißt es für den 23. Tag des Monats Thot (erster Monat der Überschwemmungsjahreszeit), dass kein Weihrauch verbrannt werden dürfe auf dem Feuer für den Gott, keine Ziege, Wild oder Vögel getötet und Gänse und Ziegen nicht gegessen werden dürfen; auch dem Gesang zu lauschen, war verboten. "Jedes Kind, das an diesem Tag geboren wird, bleibt nicht am Leben" (Emma Brunner-Traut, Alltag unter Pharaonen, 201). Diese ägyptische Umsetzung mythischen Geschehens sehen Wissenschaftler der Universität von Helsinki als Indiz dafür, dass die Ägypter aufgrund ihrer Himmelsbeobachtungen den veränderlichen Stern Algol, dessen Helligkeit periodisch schwankt, kannten. Die finnischen Wissenschaftler glauben Übereinstimmungen zwischen den Helligkeitsschwankungen und den Daten im Papyrus 86637 erkannt zu haben und halten es für nicht ausgeschlossen, dass dieses Phänomen bereits vor 1.200 Jahren zur Orientierung in Bezug auf die Tagewählerei diente. | ||
| Montag, 30. April 2012 | ||
| Raubgrabungen in Oberägypten Die Antikenpolizeit beschlagnahmte 17 Objekte, die aus Raubgrabungen in der Gegend von Esna stammten. Die illegalen Ausgräber hatten ein 10 m tiefes Loch gegraben, um die Artefakte zu bergen. Es handelt sich um Stücke aus römischer Zeit (Gefäße, Teile von bemalten Objekten, ein Weihrauchgefäß und Steinzeug). Einige Verdächtige sind Teil der Untersuchungen. | ||
| Montag, 30. April 2012 | ||
| Aktueller Bericht des King's Valley Project der Uni Basel online In dem neu entdeckten Grab KV 64, das in der oberen Schicht mit einem Begräbnis aus der 22. Dynastie belegt war, konnten die Archäologen nun bis zum Grund des Grabschachtes vordringen. Es war bereits vermutet worden, dass sich unter der vorgefundenen Schuttschicht das ursprüngliche Begräbnis aus der 18. Dynastie befinden könnte (siehe Beitrag vom 18.01.2012). Tatsächlich stieß man auf die Reste des wohl schon in der Antike geplünderten älteren Grabes. Die meisten Objekte befinden sich in einem sehr fragmentarischen Zustand. Der Sarg, Teile der Kanopen, Gefäße und wahrscheinlich auch Teile von Mobiliar fehlen. Tief im Schacht fand man Fragmente von drei Kalksteinkanopen und zwei Kanopendeckel in Form menschlicher Köpfe, außerdem Scherben und kleine Glasteile. Unsicher ist, ob ein kleines Holzfragment mit dem Namen einer Königstochter und weitere Holzsplitter, die zu einem Stück Möbel mit dem Namen Amenophis' III. stammen, tatsächlich zu dem ursprünglichen Begräbnis gehören oder ob sie zufällig in den Schutt gelangt sind. Ähnliche Kleinteile hatte bereits Howard Carter im Grab des Siptah gefunden und in jüngerer Zeit auch die Uni Basel im Umfeld von KV 29. An der nördlichen Wand des Schachtbodens von KV 64 fanden die Schweizer Reste einer Mumie ohne Leinenbinden. Diese brutal zerstörte Mumie dürfte dem ursprünglichen Grabinhaber gehören. | ||
| Freitag, 27. April 2012 | ||
| Seltene Erkrankung an Mumie nachgewiesen Ein junger Mann von etwa 20 Jahren, der um 900 v.Chr. starb, litt an einer seltenen Krankheit, dem krebsähnlichen Hand-Schüller-Christian-Syndrom. Dabei handelt es sich um die tumorartige Zerstörung des knöchernen Schädels bei gleichzeitigem Auftreten von Diabetis. Bis heute ist die Wissenschaft nicht in der Lage, die Ursachen für die Erkrankung zu bestimmen. In der Antike verlief die Krankheit immer tödlich, sagt Dr. Mislav Cavka, Mediziner an der Universität Zagreb, der die Diagnose nach eingehender Untersuchung der Mumie des Mannes stellte; sie gehört zum Bestand des Archäologischen Museums Zagreb. | ||
| Mittwoch, 25. April 2012 | ||
| Gedenktafel und Sonderschau zu Ehren Steindorffs Informationsdienst Wissenschaft - idw
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| Dienstag, 24. April 2012 | ||
| Antike Schätze wieder sichtbar Informationsdienst Wissenschaft - idw
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| Samstag, 21. April 2012 | ||
| Fragmente eines Totenbuchpapyrus' in Australien gefunden Als der Kurator des British Museum, John Taylor, sich mit der Kollektion des Queensland Museum in Brisbane beschäftigte, stieß er auf Fragmente eines Totenbuchpapyrus', von dem sich weitere Teile in verschiedenen Museen (London, Boston, New York) befinden. Der Inhaber des Totenbuches ist Amenhotep (18. Dynastie); seine Titel lauten u.a. Vorsteher der Arbeiter des Amun und Vorsteher der Arbeiten in der Domäne der Mut (British Museum). Die australischen Fundstücke waren dem Queensland Museum im Jahre 1913 von einer bislang unbekannten Frau übereignet worden. Amenhoteps Totenbuch könnte insgesamt 20 m lang und damit einer der längsten bekannten Totenbuchpapyri sein. Da ein Transport der fragilen Objekte so gut wie ausgeschlossen ist, hofft Taylor, das Dokument zumindest virtuell vervollständigen zu können. | ||
| Freitag, 20. April 2012 | ||
| Zwillingsskulptur neu 'entdeckt' Die Doppelstatue eines Mädchens und eines Jungen konnte als Abbild der Zwillinge von Kleopatra und Markus Antonius, Kleopatra Selene und Alexander Helios, identifiziert werden. Das Objekt war im Jahre 1918 in der Nähe des Tempels von Dendera gefunden worden. Es gelangte ins Ägyptische Museum von Kairo, wurde jedoch bislang mehr oder weniger übersehen. Die italienische Ägyptologin Giuseppina Capriotti konnte die Skulptur nach einer detaillierten Analyse von Stil und Ikonografie dem Zwillingspaar zuordnen. Der kleine Junge trägt eine Sonnenscheibe auf dem Kopf, das Mädchen eine Mondscheibe. Beide Figuren stehen in einem Schlangenknäuel | ||
| Freitag, 20. April 2012 | ||
| Seltene Darstellung Ramses III. Auf einer im Tempel von Karnak gefundenen Steinplatte ist der König zu sehen, wie er Amun-Re Opfergaben darbringt. Hinter der Gottheit steht Amaunet, die Gemahlin Amun-Res. | ||
| Mittwoch, 18. April 2012 | ||
| Spektakuläre Entdeckung in der Wüste Informationsdienst Wissenschaft - idw
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| Freitag, 13. April 2012 | ||
| Griechische und byzantinische Gräber in Alexandria entdeckt Durch den Fund von insgesamt vier Felsgräbern wurden die dort geplanten örtlichen Bauarbeiten gestoppt. In den Gräbern fanden sich menschliche Überreste, Keramikgefäße, Parfümbehälter, Lampen sowie eine dekorierte Urne mit dazu gehörigem Grabstein, auf dem der Name des Verstorbenen verzeichnet ist. An den Wände der Grabstätten befinden sich noch Reste von Putz und roter Farbe. Das Antikenministerium hat sämtliche Bauarbeiten im Nekropolengebiet untersagt. | ||
| Mittwoch, 11. April 2012 | ||
| Bibliothek des Klosters St. Katharina/Sinai wird restauriert Nachdem die Machbarkeit sechs Monate lang geprüft worden war, konnte nun eine positive Entscheidung zur Restaurierung der Klosterbibliothek getroffen werden. Die Sammlung enthält rund 3.500 griechisch-römische, koptische, arabische, hebräische, georgische, syrische, armenische und udische Manuskripte sowie zahlreiche Ikonen und andere wertvolle liturgische Objekte. Das Projekt wird durch das Kloster finanziert und unter der Leitung des ägyptischen Antikenministeriums durchgeführt. | ||
| Mittwoch, 11. April 2012 | ||
| Ausstellung von Objekten aus Wadi/Mersa Gawasis in Neapel Schon seit vielen Jahren arbeitet in Wadi/Mersa Gawasis, dem alten Punt-Hafen am Roten Meer, eine Grabungsmission, geleitet von Kathryn A. Bard (Universität Boston), Rodolfo Fattovich (Universität L'Orientale, Neapel) und Cheryl Ward (Coastal Carolina Universität, Conway) - siehe auch Beitrag vom 17.07.2010. Einige der dort gefundenen Artefakte sind Mittelpunkt einer Ausstellung, die dieser Tage in Neapel eröffnet wird: "Mersa/Wadi Gawasis, a majestic port on the Red Sea". Zu den Grabungen erläuterte Rodolfo Fattovich: "Die Surveys haben bestätigt, dass die Ägypter vom Küstengebiet von Mersa und Wadi Gawasis aus ins Land Punt aufbrachen, um nicht nur Gewürze, Weihrauch und Myrrhe, sondern auch Gold und andere exotische Produkte zu erwerben. Wir wissen jetzt, dass die Ägypter das Rote Meer durchquerten und über die arabische Halbinsel an Küstenregionen des heutigen Eritrea gelangten, wo wahrscheinlich das legendäre Punt lag." Bezüglich der Ausgrabungen hofft das Team, diese trotz der Verunsicherungen durch die aktuelle politische Situation in Ägypten fortsetzen zu können. | ||
| Dienstag, 10. April 2012 | ||
| Areal von El-Hibeh inspiziert Die Vorkommnisse hinsichtlich Zerstörung und Plünderung archäologischer Stätten in der Umgebung von Beni Suef haben offensichtlich das Antikenministerium veranlasst, sowohl dort als auch in Dahschur Inspektionen durchzuführen. Die große Aufmerksamkeit, die die "Save-El-Hibeh" Facebookgruppe inzwischen genießt (siehe Beitrag vom 09.03.2012), dürfte wesentlich zu diesem Schritt beigetragen haben. Ein offizielles archäologisches Komittee soll feststellen, wie groß die Verluste durch Plünderung sind, und es soll die Sicherungsmaßnahmen vor Ort stabilisieren. | ||
| Freitag, 06. April 2012 | ||
| Ägyptisches Siegel in Jerusalem entdeckt Unterhalb des Jerusalemer Tempelberges fanden israelische Archäologen einen 1,5 cm großen Skarabäus, der nach Aussage der Wissenschaftler aus dem 13. Jh. v.Chr. stammen soll. Die Unterseite des Skarabäus soll einst als Stempel gedient haben; sie zeigt den Namen des Re sowie eine Ente, im Artikel von israelhayom als Sinnbild des Re bezeichnet. Letzteres ist wahrscheinlich eine Fehlinterpretation. Die abgebildete "Ente" (siehe Abbildung in obigem Artikel) könnte spekulativ eher eine etwas verunglückte Gans darstellen, Sinnbild des Amun. Der Skarabäus ist der erste Fund dieser Art in der Davidstadt von Jerusalem. | ||
| Donnerstag, 05. April 2012 | ||
| Bauarbeiten in der Umgebung des griechisch-römischen Museums in Alexandria Nachdem man bei Ausschachtungsarbeiten auf eine Reihe von antiken Tongefäßen gestoßen war, hat das Antikenministerium die zuständigen Behörden von Alexandria aufgefordert, die Arbeiten umgehend zu stoppen. Inspektoren des Antikendienstes in Alexandria haben den Fall von der Polizei aufnehmen lassen. Ein Team von Archäologen soll demnächst das Gelände untersuchen und alle Artefakte bergen. | ||
| Mittwoch, 04. April 2012 | ||
| Zwei ägyptische Sargdeckel in Jerusalems Altstadt beschlagnahmt Inspektoren der israelischen Antikenbehörde stießen kürzlich auf zwei ägyptische Sargdeckel, von denen einer in die späte Bronzezeit (16. bis 14. Jh. v.Chr.), der andere in die Eisenzeit (10. bis 8. Jh. v.Chr.) datiert wird. Die zwei Meter langen Deckel bestehen aus Holz, überzogen mit einer bemalten Stuckschicht. Sie sind mittig durchgesägt - wahrscheinlich um den Transport zu erleichtern. Sie waren auf einem Markt in der Altstadt Jerusalems zum Kauf angeboten worden. Der Verbleib der Sargwannen ist ungeklärt. Die israelische Antikenbehörde nimmt an, dass die Objekte aus Gräbern in der ägyptischen Westwüste gestohlen, von dort aus nach Dubai geschafft wurden und schließlich über Europa in Jerusalem gelandet sind. Ägypten hat inzwischen um Rückgabe gebeten; der Bitte soll nach Erledigung aller Formalitäten entsprochen werden. | ||
| Mittwoch, 04. April 2012 | ||
| Maske der Ka-nefer-nefer bleibt (vorerst?) in St. Louis Ein seit rund sechs Jahren schwelender Streit um die Maske der Ka-nefer-nefer (siehe Beitrag vom 28.03.2006) scheint ein Ende gefunden zu haben. Die ägyptische Altertumsbehörde hatte wegen angeblich illegaler Ausfuhr aus dem Herkunftsland die Rückgabe der Mumienmaske aus der 19. Dynastie, die sich im St. Louis Art Museum befindet, gefordert. Das Museum setzte sich zur Wehr - auch gegen die amerikanische Heimatbehörde, die das Stück beschlagnahmt hatte (siehe Beitrag vom 16.02.2011). Ein Bezirksgericht gab dem Museum Recht, da es keine schlüssigen Beweise für Diebstahl oder Schmuggel fand. | ||
| Mittwoch, 04. April 2012 | ||
| Grabungen in Heliopolis wiederbelebt Schon einige Jahre arbeiten Archäologen des Deutschen Archäologischen Instituts Abteilung Kairo (DAIK) im Rahmen eines Joint Venture mit der ägyptischen Antikenbehörde an Ausgrabungen des antiken Heliopolis im Kairoer Stadteil Matarjya; Grabungsleiter ist Dietrich Raue, Direktor des Ägyptischen Museums Leipzig (siehe auch Beitrag vom 16.09.2008). Nachdem der Kontakt zwischenzeitlich nicht mehr ganz so eng war, wird die Zusammenarbeit jetzt wieder intensiviert. Die jüngste Kampagne wurde gerade beendet. Die Grabungen an einem Tempel Ramses' II. wurden bereits mit der Lokalisierung von vier Kolossalstatuen - teilweise ursprünglich aus dem Mittleren Reich stammend und von Ramses II. wiederverwendet - belohnt. Aber auch Fragmente aus der Amarnazeit wurden gefunden, Überreste eines Tempels, den Echnaton in Heliopolis errichten ließ. | ||
| Montag, 02. April 2012 | ||
| Anklageerhebung gegen Zahi Hawass möglich Wegen des Vorwurfs, Hawass habe öffentliche Gelder verschwendet und Antiquitäten gestohlen, wird es möglicherweise zu einer Anklage kommen. Ihm wird u. a. vorgeworfen, aufgrund eines Deals mit National Geographis Objekte für Ausstellungen in den USA und in Australien freigegeben zu haben, die aufgrund ägyptischer Antikengesetze nicht hätten außer Landes gebracht werden dürfen. Im Gegenzug hätte National Geographic 17 Mio. $ gezahlt. In einer TV-Talkshow machte Hawass keinen Hehl aus der Entgegennahme des Betrages und gab an, es hätte sich dabei um die Spendensammlung für einen Verein gehandelt, den die ehemalige ägyptische First Lady, Suzanne Mubarak, betrieb. Da es sich bei dem Verein jedoch um eine Privatinitiative und nicht um eine staatliche Einrichtung handelt, soll es unrechtmäßiges Handeln gewesen sein, die Gelder dorthin fließen zu lassen. Hawass weist die Vorwürfe zurück. | ||
| Sonntag, 01. April 2012 | ||
| 80 Artefakte zurück nach Ägypten Bereits im April 2010 stellte der Zoll die Objekte am Flughafen Brüssel sicher, wo sie von der Polizei konfisziert wurden. Eine Frau hatte versucht, sie nach Belgien zu schmuggeln. Zu den Stücken zählen elf Statuetten aus Holz und Kalkstein, elf Amulette und 27 Skarabäen aus pharaonischer Zeit sowie islamische Zylindersiegel, ein koptisches Kindergewand, ein dekoriertes Textilfragment, ein löwengestaltiges Gefäß aus ptolemäischer Zeit und ein prähistorisches Tongefäß. Über die ägyptische Botschaft in Brüssel reklamierte Ägypten die Objekte als sein Eigentum; dieses wurde schließlich auch juristisch bestätigt. Die Rückführung der Artefakte ist inzwischen eingeleitet. |
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